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Lamborghini Countach

Der Lamborghini Countach [ˈkun.tɑʃ] ist ein Sportwagen des Fahrzeugherstellers Lamborghini und wurde von 1974 bis 1990 produziert. Sein Name wird im Deutschen oft falsch, etwa [ˈkaʊn.tɘtʃ], ausgesprochen.

Er ist das Nachfolgemodell des Lamborghini Miura und wurde durch den Lamborghini Diablo abgelöst.

EtymologieBearbeiten

Der Name Countach resultiert aus einem Ausruf in einem Dialekt aus dem Piemont-Grenzgebiet zur Schweiz. Das orthographisch nicht festgelegte Wort Countach steht für einen Ausruf, der Erstaunen und Bewunderung in sich vereint, und kann mit „Non Plus Ultra“ oder „nicht übertreffbar“ übersetzt werden.

EntstehungsgeschichteBearbeiten

Der Lamborghini Countach war zusammen mit dem Ferrari 512 Berlinetta Boxer der wichtigste Trendsetter auf dem Sportwagenmarkt der 70er-Jahre. Anfang März des Jahres 1971 stellte Lamborghini eine LP500 genannte Konzeptstudie auf dem Genfer Auto-Salon vor. Ursprünglich war eine Serienfertigung des Fahrzeugs nicht geplant, doch fand die Studie einen sehr positiven Anklang, sodass man sich bei Lamborghini dazu entschied, das Fahrzeug zu bauen. Allerdings war das Fahrzeug in vielen Details verändert worden. Aus dem Prototyp LP500 mit 5 Litern Hubraum aus V12-Zylindern war 1974 der LP400 mit dem bekannten 4-Liter-V12 geworden. LP steht für Longitudionale Posteriore und bezieht sich auf die Position des Motors. Im Countach ist er der Länge nach (Longitudinale) als Mittelmotor vor der Hinterachse (Posteriore, also LP) eingebaut.

Ein Prototyp des Lamborghini Countach wurde bereits im März 1973 auf dem Genfer Auto-Salon der Öffentlichkeit präsentiert, direkt nach dem Beginn der Energiekrise. Lamborghini hielt das Auto für so gut, dass es sich seiner Meinung nach trotzdem verkaufen musste. Im März des Folgejahres wurde ebenfalls auf dem Genfer Autosalon das fertig entwickelte Fahrzeug vorgestellt. Das erste Kundenfahrzeug wurde am 11. April 1974 ausgeliefert.

ModellgeschichteBearbeiten

Von 1974 bis 1978 wurde das Fahrzeug als Lamborghini Countach LP400 angeboten. Es hatte einen V12-Motor mit 3.929 cm³ Hubraum und eine Motorleistung von 276 kW (375 PS). Beim Countach ist der Motor im Gegensatz zum Miura längs eingebaut. Das Fünfgang-Getriebe liegt allerdings vor dem Motor, und von dort läuft die Antriebswelle durch die Ölwanne zum hinteren Achsantrieb. Im Gegensatz zum Plattformrahmen des Miura hat der Countach einen Gitterrahmen, die Karosserie wurde von Marcello Gandini aus dem Haus Bertone entworfen, wurde jedoch von Lamborghini selbst produziert.

Was beim Miura sanfte Rundungen waren, stellt sich beim Countach eckig und aggressiv dar. Die Frontscheibe ist extrem flach und die Scherentüren öffnen sich im Halbkreis nach oben und vorn. Der LP400 war zehn Jahre lang der schnellste Lamborghini, nicht zuletzt, weil verschärfte Schadstoffregelungen vor allem in den USA eine Drosselung der Motorleistung notwendig machten. Erst als Lamborghini den LP500S mit deutlich mehr Hubraum ausstattete, wurde die Leistung des Jahres 1974 wieder erreicht.

In den Jahren 1978 bis 1982 wurde der Lamborghini Countach LP400S angeboten. Er hat den gleichen Motor wie der LP400, jedoch mit leicht reduzierter Leistung von 261 kW (355 PS) und verfügt über eine überarbeitete Karosserie mit Kotflügelverbreiterungen und einem Frontspoiler. Erstmals war optional ein auffälliger Heckflügel erhältlich, der den Anpressdruck auf die Hinterachse erhöhen sollte. Als Vorbild diente das Kundenfahrzeug des kanadischen Ölmagnaten Walter Wolf (siehe unten).

Nach der folgenden Modellpflege wurde von 1982 bis 1985 der Lamborghini Countach LP500S produziert. Dieses Modell hatte einen größeren V12-Motor mit 4.754 cm³ Hubraum und eine Leistung von 276 kW (375 PS).

1985 folgte der Lamborghini Countach LP5000S Quattrovalvole oder kurz Countach LP5000S QV. Der Hubraum wurde auf 5.167 cm³ erhöht, die Motorleistung stieg auf 335 kW (455 PS). Dieses Modell hat einen Motor mit vier Ventilen pro Zylinder, wie schon die Modellbezeichnung verrät (Quattro (it.)=Vier; Valvole (it.)=Ventile). Bei diesem Modell wurde die Motorhaube etwas nach außen gewölbt, um genug Raum für den größeren Motor zu schaffen. Diese Modellreihe wurde bis 1988 produziert.

Im Jahre 1988 wurde eine Interims-Version aufgelegt, diese unterscheidet sich optisch durch Schweller mit integrierter Luftzufuhr für die Hinterradbremse, im Innenraum ist eine Klimaautomatik eingebaut, wie sie im nachfolgenden Anniversary zu finden ist.

Die letzte Baureihe stellt der von 1988 bis 1990 gebaute Lamborghini Countach 25 Anniversary, ein Jubiläumsmodell zum 25. Bestehungsjahr der 1963 gegründeten Firma Automobili Lamborghini dar. Die Motorleistung wurde nicht erhöht, jedoch fanden Veränderungen an der Karosserie statt. Neben neu gestalteten Heckleuchten und der dazwischen liegenden Blende wurden Schwellerverkleidungen mit Lufteinlässen und ein geänderter Frontspoiler mit seitlichen Lufteinlässen verbaut.

Prototypen und SpezialanfertigungenBearbeiten

Countach LP500Bearbeiten

Im Gegensatz zu den späteren Produktionsversionen hat der LP500 ein Chassis aus Stahlplatten und ebenfalls eine Stahlkarosse. Bezüglich der Fahrleistungen sind keine verlässlichen Werte vorhanden, da das Auto ständig verändert und nie offiziell von der Fachpresse getestet wurde.

Walter Wolf CountachBearbeiten

1975 bat der Multimillionär Walter Wolf den damaligen Chefingenieur Dallara, den Countach etwas zu überarbeiten. Neben kleinen Veränderungen an der Karosserie (ähnlich des erst ab 1978 erhältlichen LP 400 S) inklusive einem stark vergrößerten Heckspoiler und einer speziellen Innenausstattung wurde vor allem der Motor verändert. Man verbaute hier den in der Studie verwendeten 5-Liter-V12. Die knapp 330 kW (448 PS) beschleunigen dieses Modell auf über 315 km/h. Neu entwickelte Pirelli-Reifen sorgen für die nötige Bodenhaftung. Laut verschiedenen Quellen wurden drei Exemplare hergestellt. Das erste Exemplar, in rot lackiert mit der Nummer 1120148 befindet sich in Japan, ein weiteres, blau lackiertes in Deutschland (Nummer 1120202). Wolf selbst besaß einen blauen Countach (Nummer 1121210), dessen aktueller Verbleib unbekannt ist.

Countach Turbo SBearbeiten

Im Jahr 1984 erteilte Ferruccio Lamborghini den Auftrag zur Fertigung zweier mittels zwei Turboladern aufgeladene Prototypen. Durch den per Dampfrad zwischen 0,7 und 1,5 bar verstellbare Ladedruck wurde dem 4,8 l 12-Zylinder dann 748 PS und 876 Nm Drehmoment entlockt, was für eine Höchstgeschwindigkeit von 333 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,6 Sekunden ausreichte. Dadurch war das Fahrzeug das damals schnellste Straßenfahrzeug. Heute ist das zuerst produzierte Fahrzeug verschollen und das zweite schwarze Fahrzeug in der Hand eines dänischen Autosammlers.

Countach EvoluzioneBearbeiten

Der Lamborghini Countach Evoluzione war der erste Prototyp für einen Countach-Nachfolger. Das besondere an ihm war das Leergewicht von nur 980 kg. Der Grund dafür war, dass der Wagen zum Großteil aus kohlenstofffaserverstärkem Kunstharz bestand. Außerdem wurde zur Gewichtseinsparung auf eine Lackierung verzichtet. Der Motor stammt aus dem Countach, leistet aber 360 kW bei 7500/min. Die Höchstgeschwindigkeit ist 330 km/h; er beschleunigt in 4,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Countach L150Bearbeiten

Das Projekt L150 war ein Redesign des Countach mit temperaturgesteuerten Lamellen anstelle der großen Luftöffnungen, einer aerodynamisch besser geformten Wagenfront und in die Seite integrierten Kotflügelverbreiterungen. Der einzige gebaute Prototyp befindet sich heute in einer Privatsammlung in Japan. Er besitzt einen 5,2 L V12 Motor, der 455 PS mit 7000/min leistet.

Wikipedia-logo-de Dieser Text basiert auf dem Artikel Lamborghini Countach aus der freien Enzyklopädie Wikipedia, wo sich auch die Liste der Autoren befindet. Inhalte aus dem Das Klassische Auto-Wiki und Wikipedia stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0).

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